Fernes Land

Das alte Jahr, es zieht dahin
ich weine ihm nicht nach,
verdränge es aus meinem Sinn
spürt’ ich nur Weh’ und Ach.

Die Fesseln löse ich geschwind
und fühl’ der Freiheit Drang,
lass’ wehen einen frischen Wind,
nicht länger ist mir bang.

Leg’ keine Rechenschaft mehr ab,
was ich zu tun gern’ pfleg’,
nehm’ mein Geheimnis mit ins Grab
kein’ Antwort ich mehr geb’.

Erstick’ die Eifersucht im Keim
mit der ich werd’ gequält,
sie trübt der Liebe hellen Schein
und stillt der Sehnsucht Trieb.

Mein Leben, das mir noch verbleibt
ist kostbarer denn je,
vergeuden will ich keine Zeit
ein fernes Land ich seh’.

Dort gibt es weder Last noch Zorn,
auch keinen Krämergeist.
Oh sage mir noch ganz geschwind,
wie dieses Land wohl heißt.

Hans Lehrer