Mariä Verkündigung

Tag der Empfängnis Jesu am 25. März, eines der ältesten Marienfeste, verdankt seinen Ursprung der Nachricht des Lukasevangeliums I, 26 -35. Da das Fest in den Frühlingsanfang fällt, trat es allmählich auch zu Frühlingsbräuchen, die sich an die Natur im Frühling knüpfen, in Beziehung. Der Spruch: "An Mariä Verkündigung kehren die Schwalben wieder um", ist mir seit meiner Kindheit vertraut. In echt mystisch romantischer Weise wurde der Gedanke entwickelt, dass am Tage Mariä Verkündigung, die Erde sich für den Empfang des Samenkorns öffnen solle, wie Maria das himmlische Weizenkorn Christus empfing. Die weitere Folge war die Vorstellung, dass die Ernte des Jahres reichlich sein werde, wenn der Segen dieses Tages auf dem Samen und dem Säen ruhe. Des besonderen Gedeihens wegen wurden Bäume an diesem Tag gesetzt oder man zog gern die erste Ackerfurche. Mutter hängte an diesem Tag die wollenen Kleider an die freie Luft, um sie vor Schaben und Motten zu bewahren. Helles Wetter an Mariä Verkündigung und den folgenden Tagen verheißt reiche Ernte. Friert es, so auch noch vier Wochen oder 25 Nächte oder 40 Tage hintereinander. Der Tag galt vielfach sprichwörtlich auch als Zeitpunkt, von dem ab die handwerkliche Abendarbeit bei Licht aufhörte, bis man an Michaelis auch wieder bei Licht zu arbeiten begann.

Hans Lehrer