Schaltjahr

Das Jahr 2004 ist ein Schaltjahr und hat 366 Tage. Da bei den Römern der Februar mit dem Jahresanfang am 1. März der letzte Monat des Jahres war, wurde ihm der Schalttag eingeschoben und nicht einfach angehängt. Das Schaltjahr ist im Volksglauben, wie alles vom Normalen und Geregelten Abweichende, unglücksbringend. Es bringt viel Unglück und auch viele Gewitter. Wichtige Unternehmungen gedeihen in einem Schaltjahr nicht. Wer in einem Schaltjahr heiratet, hat in der Ehe kein Glück. Auch was man in einem Schaltjahr baut oder anpflanzt, gerät nicht. Die in einem Schaltjahr gepfropften Apfelbäume tragen nur alle vier Jahre Früchte.

In einem Schaltjahr ist manches verkehrt gegenüber den gewöhnlichen Jahren. Wer aber am 29. Februar geboren wird, gilt als Unglückskind und sieht Geister. Diesen Tag hält nämlich das Volk für den eigentlichen Schalttag, während der gregorianische Kalender den 24. Februar, wie dies auch schon bei den Römern üblich war, als Schalttag einsetzt und die Reihe der Heiligennamen zwischen dem 1. - 23. und dem 25. - 28. Februar durch diesen eingeschobenen Tag trennt. Und da der 24. Februar sonst der Matthiastag ist (in einem Schaltjahr aber der 25.), so verband das Volk auch die Begriffe Matthiastag und Schalttag in der Weise, dass es sagt, Matthias sei an Judas Stelle als Apostel eingeschaltet worden.

Ich hoffe, dass wir das Schaltjahr trotzdem gut überstehen und wünsche all jenen schon einmal alles Gute zum Geburtstag, die ihn nur alle vier Jahre feiern können.

Hans Lehrer