Allein

Wo einst die Lieb’ in grüner Au erblühte
und Ströme flossen, voller Sympathie,
mein Herz zu dir sich hingezogen fühlte,
da war ich glücklich wie noch nie.

Die Welt begann für uns sich neu zu öffnen,
gemeinsam zogen wir dahin,
dein sanfter Kuss auf meine Lippen,
berauschte nicht nur meinen Sinn.

Doch Träume haben irgendwann ein Ende,
der Blick wird prüfend, kalt, ist ohne Glanz,
Kritik zieht ein in unser Denken
und so wie früher, ist es nicht mehr ganz.

Es macht mir Freude, dich zu quälen
und werfe dir die Fehler vor,
die früher ich nie wahrgenommen,
als ich mein Herz an dich verlor.

Oft trennen sich jetzt uns’re Wege
und scheuen das Zusammensein,
doch sind wir glücklich nicht darüber,
denn plötzlich sind wir zwei allein.

Hans Lehrer