Herbstmilch

Was ich mir habe eingebrockt,
das löffle ich jetzt aus
und werde los nicht das Gefühl,
ich bin im Narrenhaus.

Sehe im Leben keinen Sinn
und kenne auch kein Ziel,
suche die Ruhe vor dem Schlaf,
habe erlebt zuviel.

Gehe zurück, woher ich kam
finde ich wohl den Weg?
Einst Mutter bei der Hand mich nahm
und zog von dort mich weg.

Ach hätte sie gelassen mich,
an jenem schönen Strand,
wo ich geschlummert ohne Sorg’,
allein in Gottes Hand.

Ich habe nichts gewusst von mir,
das machte mich so frei,
ich kannte nicht die Last der Schuld,
die mir verziehen sei.

Mit ihr zu wandern im Gepäck,
wäre für mich zu schwer,
verfehlen würde ich den Pfad,
verschlossen blieb’ das Meer.

Am Ufer müsst’ ich harren aus,
als Schilf vom Meer umspült,
erklingen würde aus dem Rohr,
der Sehnsucht Klagelied.

Hans Lehrer