Maske

Ich setz’ mir eine Maske auf,
bin nicht mehr, der ich bin,
wollt’ immer schon was andres sein
und fühl’ mich wohl darin.

Die Leute kennen mich nicht mehr,
das macht mich froh und frei,
voll Neugier fragen sie mich dann,
wer ich denn wirklich sei?

“Ich weiß es nicht!”, sage ich schnell,
als wäre fremd ich mir,
gehöre zu den Zwillingen,
denn zwei Gesichter haben wir.

Ein wahres, das verborgen bleibt,
weil ich es nicht gern zeig’,
setz’ lieber meine Maske auf,
denn ich bin ziemlich feig’.

Im Lebenskampfe dienet mir,
die Maske oft als Schild,
in ihr kann ich mich besser wehr’n
wenn man mir’s treibt zu wild.

Dann zeige keine Freude ich,
verborgen bleibt der Schmerz,
nach innen aber öffnet sich,
wie ein Gesicht mein Herz.

Hans Lehrer