Vorbei am Abgrund

Vor mir liegt ein tiefer Abgrund,
über den gebeugt ich steh’,
habe Angst hinabzustürzen,
weil ich keine Rettung seh’.

Neugier trieb mich hin zum Rande,
Leichtsinn war wohl auch dabei,
wenn ich in die Tiefe falle,
werd’ ich sein von Sorgen frei.

Plötzlich wachsen mir zwei Flügel,
wie dem Vogel in der Luft
und ich folge einer Stimme,
die mich sanft beim Namen ruft.

Fliege über grüne Täler,
über Berge, über Seen,
leicht ist mir ums Herz geworden,
ich kann in den Himmel seh’n.

Hans Lehrer
23.11.2010