Weißer Sonntag

Mein Geist ist unbeschädigt,
mein Körper ist es wohl,
begrabt ihn in der Erde,
in der er ruhen soll.

Den Geist möchte ich legen,
in deine Hände, Herr,
gib du ihm deinen Segen,
dann mangelt ihm nichts mehr.

Das weiße Kleid hat Flecken,
ich schäme mich dafür,
trotzdem steh’ voller Hoffnung,
ich heut’ vor deiner Tür.

In meinem ganzen Leben,
galt all mein Denken dir,
war ständig auf der Suche,
die Wahrheit find’ ich hier.

Jetzt ist mir nicht mehr bange,
in meinem Gottvertrau’n,
will vor dem Wörtchen “ewig”,
auch nie wieder mich grau’n.

Hans Lehrer