Ein Penner

Ein Penner sitzt am Wegesrand
und blickt mir ins Gesicht,
ich schaue ihn genau mir an
und warte, bis er spricht.

Wo er denn schliefe, frag’ ich ihn,
er sagt mir, auf der Straße,
dabei schaut er nicht traurig drein,
als sei er hier zum Spaße.

Er ist kein Trinker, wie so viele,
deren Zuhaus’ die Straße ist
und bettelt nicht um milde Gaben,
ist dankbar, wenn man freundlich grüßt.

Könnte der Bettler Jesus sein,
frag’ ich mich im geheimen
und schaue ihn noch einmal an,
fast könnte man es meinen.

Sanft ist sein Blick, lächelnd der Mund,
wie auf dem Bild zu sehen,
das in der nahen Kirche hängt,
vor dem die Leute stehen.

Die Leute sehen nur das Bild
und nicht den armen Mann,
der immer noch am Wegrand sitzt
und Hilfe brauchen kann.

Hans Lehrer