Gruß aus der Ferne

Auch die Ferne birgt die Nähe,
tief in unsrem Herzen drin,
beim Betrachten eurer Bilder
schmelzen Raum und Zeit dahin.

Zeiten, die schon längst vergangen,
werden wieder neu erweckt,
und in jedem dieser Bilder,
die Erinnerung wohl steckt.

Ja, die Jugend ist vergänglich,
und die Schönheit schnell verblüht,
doch, deshalb gleich zu verzagen,
ist noch viel zu sehr verfrüht.

Auch wenn ihr sehr weit entfernt seid,
fast am Ende dieser Welt,
ist die Liebe um so stärker,
die uns fest zusammenhält.

Unsre Wurzeln sind dieselben,
unser Stamm machte uns stark,
in den Ästen schwingt die Freude,
von der Wiege bis zum Sarg.

Seid gegrüßt in Venezuela,
aus der fernen Münchner Stadt,
die in eurer alten Heimat,
stets die Tür geöffnet hat.

Dort ruht schon im Grab der Ahnen,
Asche, die niemals verglüht,
weil die Liebe in der Ferne,
tief im Herzen weiter blüht.

Hans Lehrer