Heimkehr

Uralt bin ich geworden,
das bringt die Zeit mit sich,
geprägt durch viele Sorgen
die Schönheit längst verblich.

Doch werden erst im Herbste,
die Früchte süß und reif,
für mich ist es das ärgste,
die Knochen werden steif.

So lang der Geist mir treu bleibt,
zu denken ich vermag,
spür ich in mir die Freiheit,
bis an den jüngsten Tag.

Denk’ gern zurück an Zeiten,
in denen jung ich war,
und Lust hatte zu streiten,
weil ich im Recht mich sah.

Der Zorn ist längst gewichen,
die Sanftmut eingekehrt,
die Angst hat mich beschlichen,
dass mich bald nichts mehr stört.

Ich stelle mir die Frage,
wie wird es einst wohl sein,
am Ende aller Tage,
wenn alle kehren heim.

Hans Lehrer