Der Baum

Lebenslinien Olympiaberg

Der Baum, den ich einst eingepflanzt,
wuchs längst schon übers Dach,
ich schau hinauf in das Geäst
und fühl mich klein und schwach.

Die Äste bogen sich im Sturm,
drohten zu brechen gar,
hielten sich aneinander fest,
dass ihnen nichts geschah.

Zur Ernte bin ich nicht mehr da,
es geht auch ohne mich,
doch jedem gebe ich den Rat,
teilt alles brüderlich.

Der stärkste Baum wird einmal morsch,
die Äste werden dürr,
es wachsen neue Triebe nach,
bis jetzt sind es schon vier.

Umarmen will ich jenen Baum,
den ich einst eingesetzt,
erklimmen will ich jeden Baum,
der in den Himmel wächst.

Hans Lehrer