Hazreti Mevlana

(* 30. 09.1207 in Balch + 17.12.1273 in Konya)

Hazreti Mevlana

In Konya lebte einst Mevlana,
ein Derwisch, der die Liebe lehrt,
bei ihm bin ich vor fünfzig Jahren,
zum ersten Male eingekehrt.

Er war mein Vorbild all die Jahre,
hab' seine Worte stets bewahrt,
begann die Suche nach der Liebe,
der Weg dorthin war manchmal hart.

Jetzt führt er mich erneut nach Konya,
will beten an Mevlanas Grab
und danken ihm für seine Güte,
die er für jeden übrig hat.

Sich Gottes Liebe hinzugeben,
sei jedem allerhöchstes Ziel,
das ist Mevlanas größter Wille,
doch vielen fehlt das Feingefühl.

Hans Lehrer

Die Lehre Maulanas (Rumis) basierte darauf, dass er die Liebe als die Hauptkraft des Universums ansah. Genauer gesagt ist das Universum ein Harmonisches Ganzes, in dem jeder Teil mit allen anderen in einer Liebes-Beziehung steht, die wiederum einzig und allein auf Gott gerichtet ist und nur durch seine Liebe überhaupt Bestand haben kann. Der Mensch, der als ein Teil dieses harmonischen Ganzen geschaffen ist, kann die Harmonie mit sich selbst und dem Universum nur erreichen, wenn er lernt, Gott zu lieben. Seine Liebe zu Gott wird ihn dazu befähigen, nicht nur seine Mitmenschen, sondern alles von Gott Geschaffene lieben zu können. Gott durch Liebe näher zu kommen ist für Maulana, wie für die meisten Sufis, der Weg zur wahren Erfüllung im Leben. Der Grund für seine Berühmtheit ist, dass er die Fähigkeit besaß, diese Lehre in Poesie wiederzugeben.

Komm! Komm! Wer du auch bist!
Wenn du auch Götzendiener oder Feueranbeter bist.
Komm wieder! Dies ist die Tür der Hoffnung nicht der Hoffnungslosigkeit.
Auch wenn du Tausendmal dein Versprechen gebrochen hast.
Komm! Komm wieder!

Er beschrieb mit derselben Sprachgewandtheit die Freude, Gott näher zu kommen, wie die Trauer, von Gott getrennt sein zu müssen. Wie andere mystische Dichter bezeichnete er Gott als den Geliebten und die menschliche Seele, die auf der Suche nach Gott ist, als den Liebenden.