Tausend und eine Nacht

Tausend und eine Nacht

Längst vergangen sind die Nächte,
1001 ist deren Zahl,
Scherazade erzählt Märchen,
weil der Sultan es befahl..

Jede Nacht ein neues Märchen,
dessen Ende offen blieb,
rettete damit ihr Leben,
klug den Fortgang sie verschwieg.

Tausend und eine Nacht

Sindbads sieben große Reisen,
führen in die Wunderwelt,
Orient zum Greifen nahe,
Neugier hat sich eingestellt.

Alle lesen wir mit Spannung,
was der Ali Baba macht,
als er vierzig Räuber täuschte
und sehr reich wird über Nacht.

Kalif Chasid lebt in Bagdad,
wird ein Storch für kurze Zeit,
durch das Zauberwort „mutabor“,
sich davon wieder befreit.

Schuheflicker ist der Maruf,
wird von Allah reich belohnt,
für die Liebe zu den Menschen,
die in seinem Herzen wohnt.

Orient steht heut' in Flammen,
Märchen sind schon lang verstummt,
Menschen werden feig ermordet,
Fanatismus treibt es bunt.

Wohl erloschen ist die Lampe,
die dem Aladdin gehört,
nichts geblieben ist vom Zauber;
denn das Wunder ist zerstört.

Einst bereiste ich wie Sindbad,
jedes Jahr den Orient,
das ist heute nicht mehr möglich,
weil es überall fast brennt.

Hans Lehrer