Gottes Welt

Gottes Welt

Glocken, die am Sonntag läuten,
dringen wohl nur an mein Ohr,
doch mein Herz, das bleibt verschlossen,
schlägt nicht stärker als zuvor.

Ruft der Muezzin am Freitag,
zum Gebet in die Moschee,
höre ich nur leere Worte,
die im Innern mir tun weh.

Will nicht solche Religionen,
die Gott sperren in ein Haus,
da zieht es mich schon viel lieber,
in seine Natur hinaus.

Höre ich im Wald das Bächlein,
wie sein Wasser gluckst und rauscht,
hält Gott eine eigne Andacht,
alles seiner Stimme lauscht.

Vögel preisen mit Gezwitscher,
Gottes große Herrlichkeit,
Sehnsucht klingt aus ihren Liedern,
Weg zum Paradies ist weit.

Die Natur beschert auch Stille,
man hört nur den eignen Schritt,
ihm gilt unser ganzes Flehen,
nimm mich überall hin mit.

Hans Lehrer