Hans im Glück

(Gedanken zum Johannistag)

Hans im Glück

Am liebsten bin ich ganz allein,
mit keinem um mich rum,
ich nehme mir ein Seelenbad
und bleibe gerne stumm.

Wird meine Ruhe dreist gestört,
dringt jemand bei mir ein,
dann stelle ich mich einfach tot,
als wär' ich nicht daheim.

Ich gehe auf die Wanderschaft,
lasse mein Gold zurück,
mein Hab und Gut ist nichts mehr wert,
ich bin es los, zum Glück.

Was nützt mir Geld, was nützt mir Gold,
fehlt die Zufriedenheit,
zum Glücklichsein bedarf es nur,
ein Stück Bescheidenheit.

Hans im Glück

Im Alter fällt es einem schwer,
noch mit der Zeit zu geh'n,
ich lege eine Pause ein
und bleibe öfters steh'n.

Gar vieles kommt mir seltsam vor,
es ist der Müh' kaum wert,
den Schritt zu halten mit dem Trend,
und obendrein verkehrt.

Ich finde meinen Mittelpunkt,
er gibt mir sehr viel Kraft,
dass auch das letzte Stück des Wegs,
mein Ego dennoch schafft.

Ich bin der Hans und habe Glück,
das Schicksal ist mir hold,
weil ich schon längst begriffen hab',
was glänzt ist oft kein Gold.

Hans Lehrer