Himmelsrichtungen

Himmelsrichtungen

Im Osten geht die Sonne
zeitig am Morgen auf,
rührt sich nie von der Stelle
und steigt doch hoch hinauf.

Gott heiligte den Osten,
von dort stammte sein Sohn,
durch schlimmstes Blutvergießen,
spürt man nichts mehr davon.

Die Sonne liebt den Süden,
erklimmt den goldnen Thron,
spendet uns Kraft und Wärme,
will dafür keinen Lohn.

Im Süden dieser Erde
sind Menschen auf der Flucht,
suchen ihr Heil im Norden,
trotz Geiz und großem Frust.

Am Abend geht die Sonne,
im Westen sanft zur Ruh',
es fängt schon an zu dämmern,
die Äuglein fallen zu.

Daheim bin ich im Westen,
seitdem ich denken kann,
in Frieden und in Freiheit
und niemand greift mich an.

Den Norden streift die Sonne,
mit Strahlen, glühend mild,
geht nie im Sommer unter,
der Winter sie verhüllt.

Hans Lehrer