Mein Stern

Mein Stern

Bin unter einem Stern geboren,
der mir stets hat viel Glück gebracht,
sein Licht leuchtet am Himmel oben,
vertreibt die Finsternis der Nacht.

Bildet mit andern eine Straße,
die lichterfüllt zu Gott mich führt,
wenn meine Seele müd' geworden,
das Ende ihres Daseins spürt.

Dem Stern bin ich in jungen Jahren,
gefolgt sogar bis Bethlehem,
wollte das Kindlein in der Krippe,
mit meinen eignen Augen seh'n.

Kam nicht auf dem Kamel geritten,
wie es die Könige getan,
trug meine Mitbringsel im Rucksack,
die Mühe gern' in Kauf ich nahm.

Mein Stern

Vergeblich suchte ich die Krippe,
der Platz, an dem sie stand, war leer,
verstummt war längst das Kinderlachen,
es gab dort keinen Jesus mehr.

Und Bethlehem einst hoch gepriesen,
als Gottes Liebe kam zur Welt,
wo die drei Könige einzogen,
ist von Soldaten heut' umstellt.

Ich suche meinen Stern am Himmel,
worunter ich geboren bin,
finde den wahren Ort der Krippe,
Bethlehem liegt im Herzen drin.

Hans Lehrer