Unsere Ilse

Ilse

Wir kamen zu der Ilse,
wie die Jungfrau einst zum Kind,
weil wir im schönen Hunsrück,
die Nachbarn von ihr sind.

Wir schauen auf sie runter
und sie schaut zu uns rauf,
zum Haus von ihrer Schwester,
das uns gehört durch Kauf.

Wir freu'n uns auf die Ilse,
bleiben am Fenster steh'n,
wenn wir sie drin im Zimmer,
auf dem Sofa sitzen seh'n.

Sie fängt an zu erzählen,
aus längst vergang'ner Zeit,
vergisst öfters die Namen,
bei der Gelegenheit.

Noch immer ist sie eitel
und kritisiert ihr Haar,
das Rot auf ihren Lippen,
steht Ilse wunderbar.

Die Schränke voller Kleider,
machen die Wahl ihr schwer,
weiß nicht, was sie soll anzieh'n,
kommt immer fesch daher.

Doch manchmal kann die Ilse,
so stur sein wie ein Bock,
vor allem wenn es sein muss,
ein ganz bestimmter Rock.

Sind wieder wir in München,
wird lang telefoniert,
und jedes Mal erleichtert,
wenn ihr nichts ist passiert.

Wir haben uns gefunden,
sind darüber recht froh
und hoffen, dass es bleibe,
mit uns recht lange so.

Hans Lehrer