Vater und Sohn

Vater und Sohn

Mein Sohn kam auf Besuch zu mir,
wollte erst gar nicht rein,
die Hunde würden stören ihn,
wie kann man nur so sein?

Die Unterhaltung war für mich,
die allerreinste Qual,
er zog über die andern her,
das geht auf keinen Fall.

Aus seiner Rede klang viel Spott,
Missgunst und purer Neid,
lobt sich und seine Lebensart,
dabei tut er mir leid.

Nörgelt an seinen Schwestern rum,
die es zu nichts gebracht,
werde dabei fuchsteufelswild,
wenn er noch hämisch lacht.

Geläufig sind drei Sprachen ihm,
Sarkasmus, Ironie,
und hat in der Zweideutigkeit,
gebracht es zum Genie.

Er ist so fremd geworden mir,
verkümmert mein Gefühl,
ein kalter Wind geht von ihm aus,
mich friert; denn es ist kühl.

Hans Lehrer