Alte Leute

Alte Leute

Altersheime, Krankenhäuser,
alte Menschen haufenweise,
waren früher junge Leute,
heute sind sie graue Greise.

Faltenreich sind die Gesichter,
in ihren Augen fehlt der Glanz,
von der Haarpracht, einstmals üppig,
übrig geblieben ist ein Kranz.

Falsche Zähne machen jünger,
wie auch das schwarz gefärbte Haar,
hint' Lyzeum, vorn' Museum,
wird deutlicher von Jahr zu Jahr.

Hinken, humpeln, vorwärts tasten,
dabei ist unsicher der Schritt,
vorsichtshalber nimmt man deshalb,
lieber die Gehhilfe noch mit.

Auch der Geist fängt an zu schwächeln,
was war wohl gestern alles los?
Fängt an, vieles aufzuschreiben,
wo findet man den Bleistift bloß?

Einschläge, sie kommen näher,
wenn man der Toten Namen liest,
und man stellt sich bang die Frage,
ob man vielleicht der Nächste ist.

Keine allzu großen Sorgen,
macht man sich um die Zukunft mehr,
möge kommen, was da wolle,
alle Gedanken werden leer.

Hans Lehrer