Der schnöde Mammon

Der schnöde Mammon

Die Mutter sprach vom schnöden Mammon,
als Kind verstand ich nicht den Sinn,
ich spürte nur ihre Verzweiflung,
die mit dem Geld zusammenhing.

Der schnöde Mammon ist die Geldgier,
die Jagd nach Geld, das man nicht braucht,
nur um den Reichtum zu vergrößern,
beugt man vor Mammon still sein Haupt.

Dabei zerbricht so manche Freundschaft,
unter Geschwistern entsteht Streit
und wer dem Mammon hinterherjagt,
erwarte von mir kein Mitleid.

Für Geld geh'n manche über Leichen,
sie scheuen nicht zurück vor Mord,
bringen die Leute um Erspartes
und schaffen es klammheimlich fort.

Die Gier nach Geld, zum Zweck der Rache,
um auszuplündern seinen Feind,
verrät den schändlichen Charakter,
bei dessen Abgang keiner weint.

Das letzte Hemd hat keine Taschen,
für all das Geld, das man gewinnt,
bei jedem naht das letzte Stündlein,
wobei der Mammon rasch zerrinnt.

Hans Lehrer