Ein schöner Ferientag

Ein schöner Ferientag Ein schöner Ferientag

vom 10. September 1953

Mein schönster Ferientag war eine Fahrt ins Gebirge. An einem heißen Sonntag im August durfte ich mit meiner Mutter und meinen zwei Tanten auf den Wendelstein fahren. Um neun Uhr fuhren wir mit dem Vorortszug von Trudering nach Grafing und stiegen dort in den Rosenheimer Zug um. Von Grafing bis Rosenheim war das Landschaftsbild schon ganz anders. Schöne Bauernhöfe standen auf kleinen Moränenhügeln. In der Nähe der Anwesen weideten Kühe. In Rosenheim mußten wir uns neue Karten besorgen. Es kam auch bald der Zug nach Brannenburg . Die Fahrt war herrlich, denn allmählich sah man schon aus dem Dunst die hohen Berge. In Brannenburg besorgten wir die Fahrkarten für die Wendelsteinbahn. Die Bahn fuhr erst um 1 Uhr, darum konnten wir noch ein wenig essen. Wir gingen dann zum Bahnhof und stiegen ein. Anfangs fuhr der Zug schnell, aber wie es steiler wurde, kroch er wie eine Schnecke. Mir machte die Fahrt großen Spaß. Am liebsten hätte ich auf beiden Seiten zugleich hinausgesehen. Der Zug fuhr durch mehrere Tunnel. Das letzte Tunnel war die Endstation. Ich bin vor lauter Freude gleich vorausgelaufen und auf die Aussichtskanzel gestiegen. Man hatte einen herrlichen Rundblick. Gegenüber lag das Wendelsteinkirchlein, das ich mir auch anschaute. Bevor ich auf den eigentlichen Gipfel stieg, machte ich noch richtig Brotzeit. Meine Mutter und ich stiegen dann auf den Gipfel, der auf einem Sperpentinenweg zu ersteigen war. Oben stand das große Gipfelkreuz, das den Soldaten im Weltkrieg gewidmet ist. Daneben stand ein kleines Blechkirchlein. Dort konnte man sich ins Gipfelbuch eintragen. Wir rasteten eine Weile und stiegen dann wieder ab. Inzwischen war es Zeit geworden zur Abfahrt. Abwärts ging es schneller als aufwärts. Wir kamen todmüde nach Hause. Diesen schönen Tag werde ich immer in Erinnerung haben.
(Schön erzählt) Inhalt 2 · Rechtschreiben 3- · Schrift 3