Fluch und Segen

Fluch und Segen

Verflucht der Tag ... an dem ich sie zum ersten Mal getroffen,
ihr ahnungslos mein Ja-Wort gab,
ach hätte ich den Braten nur gerochen,
viel wär' geblieben mir erspart.

Sie kam aus einem armen Hause,
nach Deutschland ins gelobte Land,
erfüllt wurden all ihre Wünsche,
Zufriedenheit sie nie empfand.

Riss sich das Gut unter den Nagel,
erhielt sogar mein Elternhaus,
verlangt von mir jetzt dafür Miete,
bezahl' ich nicht, fliege ich raus.

Fluch und Segen

Sie zeigte offen ihre Geldgier
und kriegte nicht den Rand mehr voll,
begann überall rumzuhetzen,
in mir wuchs zunehmend der Groll.

Hat mit der Scheidung nicht gerechnet,
die mir als letzter Ausweg blieb,
wie Schuppen fiel es von den Augen,
wir hatten uns ja niemals lieb.

Glücklicher Tag ... an dem ich endlich mich von ihr befreite,
und eine schöne Zeit begann,
die Hexe konnt' den Hänsel doch nicht fressen,
er fängt mit Klaus von vorne an.

Max Keller