Rentnerdasein

Rentnerdasein

Jeden Tag ist es dasselbe,
morgens steh' ich nicht gern auf,
mit dem linken Fuß wenn's sein muss,
kriech' ich aus den Federn raus.

Frühstück wird mir hergerichtet,
setz' mich nur an meinen Platz,
wie im Märchen „Tischlein deck dich“,
deckt den Tisch für mich mein Schatz.

Gassigehen mit den Hunden,
eine lieb geword'ne Pflicht,
dafür essen wir zu Mittag,
ohne Hunger besser nicht.

Absolute Mittagsruhe,
halten jeden Tag wir ein,
darauf müssen wir verzichten,
sind wir einmal nicht daheim.

Mit den Hunden geh'n wir Gassi,
nochmals spät am Nachmittag,
über Wiesen und durch Wälder,
jeder daran Freude hat.

Rentnerdasein

Langsam fängt der leere Magen,
leise schon zu knurren an,
freue mich auf's Abendessen,
an den Tisch mich setzen kann.

Zeitung lesen, Fernseh'n schauen,
Nachrichten beginnen gleich,
nehm' den Schatz in meine Arme,
flieg mit ihm ins Himmelreich.

Bleiben dort für kurze Zeit nur,
kehren bald wieder zurück;
denn daheim warten drei Hunde,
sie sind unser ganzes Glück.

Stündlich fast taucht auf die Frage,
ob man sich noch immer mag,
Blicke sagen mehr als Worte,
wieder ist vorbei ein Tag.

Hans Lehrer