Späte Erkenntnis

Späte Erkenntnis

Das Leben ist oft seltsam,
birgt Fragen allerlei,
es bleibt die Antwort schuldig,
Geheimniskrämerei.

So fängt man an zu glauben,
zu hoffen all die Zeit,
Vertrauen ist gefordert,
wenn einen packt das Leid.

„Warum?“, fragen die Kinder,
auf Antwort warten sie,
oft ist sie unzureichend,
die Neugier endet nie.

„Wozu?“, möchte er wissen,
die Skepsis macht sich breit,
meist in der Lebensmitte,
ist man bereit zum Streit.

„Weshalb?“, fragt sie entmutigt,
ist es so, wie es ist,
würde gern resignieren
und schimpft über den Mist.

„Wann?“, ist die bange Frage,
wird es soweit denn sein,
dass wir bald Abschied nehmen,
von diesem trauten Heim.

Sokrates fand die Antwort,
auf kluge Art und Weis',
bescheiden stellte fest er:
„Ich weiß, dass ich nichts weiß!“

Hans Lehrer