Die Vertreibung

Die Vertreibung

Vertrieben soll ich werden,
aus meinem Elternhaus,
wo seit fast 70 Jahren,
ich gehe ein und aus.
Das Grundstück hat die Mutter,
mit ihrem Geld gekauft,
und 1950
ein Haus darauf gebaut.
Gauner waren am Werke,
im Jahr zweitausendvier,
seitdem gehört es ihnen
und leider nicht mehr mir.

Die Vertreibung

Viel bleibt mir nicht zum Leben,
die Jahre sind gezählt,
anstatt den Seelenfrieden,
hab' ich die Pest gewählt.
Warum? frag' ich mich immer,
habe ich das getan,
dass man das Haus der Eltern,
mir gar so leicht wegnahm.
Den Ast, auf dem ich sitze,
habe ich abgesägt,
ich kann es kaum erwarten,
dass bald mein Stündlein schlägt.

Die Vertreibung

Will Abschied endlich nehmen,
von der mir fremden Welt,
in der das Unrecht waltet
und mich zum Narren hält.

Euer Vater


Hans Lehrer · 08.02.2018

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