Fremd in der Heimat

Fremd in der Heimat

Verändert hat sich vieles,
seitdem ein Kind ich war,
zum Guten wie zum Schlechten,
grau wurde längst mein Haar.

Die Augen werden schwächer,
ich höre nicht mehr gut,
trotz meiner müden Knochen,
nimmt keiner mir den Mut.

So wohne ich noch immer,
in meinem Elternhaus,
das alte Schulhaus steht noch,
und blicke zu ihm auf.

Vertraut ist mir die Kirche,
in die ich sonntags ging,
bis ich an meinem Glauben,
zu zweifeln früh anfing.

Geh' traurig durch die Straßen,
viel hat verändert sich,
vermisse jedes Häuschen,
das einem Neubau wich.

Wo früher weite Felder
und Wiesen es noch gab,
schaufelt der Flächenfresser,
seit langem schon ihr Grab.

Die Tante-Emma-Läden,
gibt es auch längst nicht mehr,
mit all den Supermärkten,
taten sie sich recht schwer.

In mir entstehen Zweifel,
gehör' ich noch hierher,
sie wieder zu zerstreuen,
fällt mit der Zeit mir schwer.

Doch freut mich jeder Tag noch,
der mir zum Leben bleibt,
will gern in der Natur sein,
Langweile sie vertreibt.

Hans Lehrer


Hans Lehrer · 18.07.2018

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