Onkel und Tanten

Onkel und Tanten

Zwei Onkel und zwei Tanten,
meinten es gut mit mir,
Geschwister meines Vaters,
waren sie alle vier.

Der Philipp und der Ludwig,
die Betti, die Marie,
sie blieben alle ledig,
warum? ... wusste ich nie.

Die vier lebten gemeinsam,
in ihrem Bauernhaus,
ich ging fast alle Tage,
dort gerne ein und aus.

Wir waren ihre Kinder,
durften auch alles tun,
seit mehr als fünfzig Jahren,
im Friedhof sie schon ruh'n.

Sie leben in mir weiter,
denk' an sie jeden Tag,
ihr Dasein war verbunden,
mit großer Müh' und Plag'.

Sie halfen nach dem Kriege,
uns aus der größten Not,
versorgten uns mit Essen,
teilten mit uns ihr Brot.

Ich liebte Tante Betti,
sie war so gut zu mir,
schenkte mir oft ein Zehnerl,
ich dankte ihr dafür.

Das Wiederseh'n rückt näher,
es bleibt nicht mehr viel Zeit,
dann treffe ich sie alle,
dort in der Ewigkeit.

Es gibt viel zu erzählen,
was ich noch hab' geseh'n,
im Laufe meines Lebens,
ist einiges gescheh'n.

Erblicke ihre Eltern,
hab' sie nicht mehr gekannt,
hoff' nur, dass sie mich mögen,
schließlich sind wir verwandt.

Hans Lehrer


Hans Lehrer · 11.07.2018

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