Traurig aber wahr

Traurig aber wahr

Sie setzen ihm das Messer,
schon lange auf die Brust,
wollen ihn dabei quälen,
darauf hat jeder Lust.

Wenn es mir schon nicht gut geht,
braucht's dir nicht gut zu geh'n,
du sollst auch nicht erblicken,
was ich nicht kann erspäh'n.

Du sollst auch nicht das haben,
was mir selbst bleibt verwehrt,
ich gönn' dir keine Freude,
die mir nicht wird beschert.

Von dir gehört mir alles
meins geht dich gar nichts an,
so sprechen Egoisten,
da ist was Wahres dran.

Schuld sucht man bei den andern,
selbst ist man fehlerfrei,
es fehlt auch die Erkenntnis,
dazu gehören zwei.

Ich hab' diese Erfahrung,
leider schon oft gemacht
und jedes Mal aufs neue,
mir meinen Teil gedacht.

Hans Lehrer


Hans Lehrer · 17.02.2018

Alle Bilder und Texte auf diesen Seiten sind urheberrechtlich geschützt.
Nachdruck auch auszugsweise nur mit Genehmigung des Verfassers.