Zweites Zuhause

Zu unserm Haus führ'n viele Stufen,
weil es auf einer Anhöh' steht,
leicht kommt man dabei außer Atem,
das Herz plötzlich viel schneller schlägt.

Ist an der Tür man angekommen,
verschnauft jeder bevor er klopft
und spürt den Schweiß, der von der Stirne,
in Strömen auf den Boden tropft.

Ein Riesenhund steht jetzt vor einem,
für viele ist der Schrecken groß,
er will doch nur gestreichelt werden,
sagt sanftmütig der Hausherr bloß.

Kann er ihn riechen ist die Frage,
der Hund den Gast jetzt wohlgemerkt,
oder hat auf beiden Seiten,
die Abneigung sich noch verstärkt.

Im Innern ist das Haus gemütlich,
die Räume sind gut eingeteilt,
der Ausblick ist mehr als fantastisch,
wenn man am Fenster gern verweilt.

Nur einen Tropfen voller Wehmut,
verspüre ich in diesem Haus,
keins der Gesichter aus der Kindheit,
geht jemals wieder ein noch aus.

Hans Lehrer


Hans Lehrer · 19.12.2018

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