Der schnöde Mammon

Der schnöde Mammon

„Kannst du mir etwas leihen?”
Von mir stammt der Satz nicht,
ich kenne jemand andern,
der mich deshalb anspricht.

Die Mutter würde sagen,
wenn einer von der Hand
in seinen Mund tut leben,
ist als Prolet bekannt.

In meinem ganzen Leben,
teil' ich das Geld mir ein,
stets gebe ich nicht mehr aus,
als vorher kam herein.

Ich möcht' mich nicht beklagen,
hatt' immer Geld genug,
um sorgenfrei zu leben
und auch noch ziemlich gut.

Ein Spruch prägte mein Dasein,
zu sparen in der Zeit,
dann hast du in der Not was
und spürst später kein Leid.

Nullzinsen zu bekommen,
auf das ersparte Geld,
bedeutet die Enteignung,
die keinem recht gefällt.

All das geb' ich den Kindern,
lehrreich mit auf den Weg,
bevor ich ohne Taschen,
im Grab mich nicht mehr reg'.

Hans Lehrer


Hans Lehrer · 04.09.2019

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