Hochsommer

Hochsommer

Über Wiesen und durch Wälder,
möge führ'n mein Lebensweg,
fernab jeglicher Versuchung,
wie es in der Bibel steht.

Eingesäumt von vielen Blumen,
welche unermüdlich blüh'n
und mit ihren zarten Düften,
die Insekten an sich zieh'n.

Meistens auf den Boden blickend,
schreite ich behutsam fort,
Lebewesen zu zertreten,
ist in meinen Augen Mord.

Mücken wollen bei mir landen,
kleben fest auf meiner Haut,
können sie mich endlich stechen,
wird mein Weheklagen laut.

Hochsommer

Wichtig haben es die Vögel,
rufen sich gar vieles zu
und verstummen erst am Abend,
schlafen in himmlischer Ruh'.

Weizen, Gerste, Hafer, Roggen,
Körner werden bald zu Brot,
möge Gott die Welt bewahren,
vor der schlimmsten Hungersnot.

Mit den Bäumen schließ' ich Freundschaft,
ehrfurchtsvoll blick' ich empor,
älter als ich sind schon viele,
oder kommt's mir nur so vor?

Hochsommer

Seh' ich Abfall auf dem Boden,
denke ich mir, muss das sein?
Jemand der den Dreck verursacht,
ist und bleibt für mich ein Schwein.

Treffe ich auf nette Menschen,
mit 'nem Lächeln im Gesicht,
revidiere ich mein Urteil,
geh' nicht hart mehr ins Gericht.

Dass ich mir Gedanken mache,
verdanke ich dem lieben Gott,
alles Leben ist vergänglich,
nicht für immer ist es tot.

Hans Lehrer


Hans Lehrer · 17.07.2019

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