Allerheiligen

Allerheiligen

Heute war ich auf dem Friedhof
und verweilte an dem Grab,
in dem die Eltern beide liegen,
von oben blicken sie herab.

Unten liegen die Gebeine,
sind ein Teil von dieser Welt,
unsterblich ist nur ihre Seele,
die der Herr am Leben hält.

Leute geh'n an mir vorüber,
bleiben vor dem Grab kurz steh'n,
sagen, dass wir uns noch kennen,
haben lang mich nicht geseh'n.

Voller Neugier will ich wissen,
von woher und wer sie sind,
ich erinnere mich plötzlich,
in mir erwacht wieder das Kind.

Lege meine Blumen nieder,
an Allerheiligen auf's Grab,
bete auch zwei Vaterunser,
erfleh' für alle Gottes Gnad'.

Verspreche, dass ich wieder komme,
für immer, wenn es so weit ist,
wenn der Tod vor meinen Augen,
mich zu holen einst beschließt.

Hans Lehrer


Hans Lehrer · 01.11.2020

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