Antithese

Worte zu finden, oh wie schwer.
Wo die Liebe einst brannte, ist es leer.
Versickert ist der Sehnsucht Quell’,
mein Herz, es pocht nicht mehr so schnell.

Dunkle Wolken auf meiner Brust,
Qualen verdrängen die heitere Lust,
Tränen schimmern im Mondenschein.
Denk an mein Kindl, verlassen daheim.

Zähle die Stunden bis zum Tod,
wer wird ihm geben das täglich’ Brot,
wer wird ihm singen das Abendlied,
wenn meine Seele von dannen zieht.

Verzichte gern auf Liebe und Glück,
kehr’ wieder von dieser Reise zurück.
Bin nicht geschaffen als Bote der Freud,
dort, wo ich weile, hinterlasse ich Leid.

Mit Zerstörung und Chaos schaffe ich Not,
büße dafür mit meinem Tod.
Erwarte einst den gerechten Lohn,
der mich verbannt von Gottes Thron.

H.L.