Hl. Josef ... bitt’ für uns

Der heilige Josef ist der Nährvater Jesu. Er stammte aus dem Geschlecht König Davids und lebte als Zimmermann in Galiläa. Die volkstümliche Verehrung entstand erst im 15. Jh. Papst Gregor XV. machte seinen Gedächtnistag (19. März) im Jahr 1621 zum gebotenen Feiertag; Benedikt XIII. fügte 1729 seinen Namen in die Allerheiligenlitanei ein, und Pius IX. erklärte ihn am 8. Dezember 1870 zum Patron der Gesamtkirche. Josef gehört zu den meist verehrten Heiligen überhaupt. Er ist Patron der Zimmerleute und Holzhauer, der Eheleute, auch der Ursulinen und überhaupt Beschützer der Keuschheit. Ein im Traum erschienener Engel weihte ihn in das Geheimnis der göttlichen Empfängnis Mariens ein. Von diesem Tag an lebte das Paar in jungfräulicher Ehe. Die in Oberbayern üblichen Josefi-Kränze (geflochtene Teigkränze) sind Symbole der Jungfräulichkeit. Die Mädchen beten am Josefitag ein Vaterunser, damit sie einen guten Mann bekommen. Josef wird im Haussegen angerufen sowie im Betruf der Sennen, auch im Bienensegen kommt er vor. Josefslilien und deren Öl werden gegen Rotlauf, Hautverbrennungen usw. gebraucht. An einigen Orten heißt die Milchstraße auch Josefsstraße. In der Steiermark wird in der Adventszeit das Josefsbild von Haus zu Haus getragen.

Am Josefstag beschenken sich Mädchen und Burschen. An ihm paaren sich alle Vögel. Er ist ein besonderer Festtag der Kinder. Er gilt als erster Frühlingstag.
“St. Josef schlägt einen glühenden Nagel in die Erde” oder kommt "mit an Kappl voll Wärm”. “Ist’s an Josefi hell und klar, so kommt ein gutes Jahr”. Wenn am Josefitag der Wind geht, geht er das ganze Jahr hindurch. Die Lichtarbeit hört auf. Selbst der faulste Bauer soll nun den Pflug im Feld haben. Die Weide beginnt.

"Josef" ist hebräisch und bedeutet "(Gott) möge hinzufügen". Dieser Vorname war in Bayern früher weit verbreitet. Fast in jeder Familie gab es einen Josef, Sepp oder Peppi. Das waren halt noch Zeiten!

Hans Lehrer