Betrachtungen über das Glück

Das Streben nach Glück ist so alt wie die Menschheit. Wie entsteht Glück? Wie kann man sein Glück steigern? Wie wird man glücklich?

Glück, was ist das jedoch? Macht, ... Liebe, ... Reichtum? Glück und Glücklichsein bedeutet für jeden etwas anderes. Jeder von uns muss selbst entscheiden, was für ihn Glück bedeutet. Für mich bedeutet Glück Zufriedenheit, Freude an Kleinigkeiten, Dankbarkeit für empfangene Wohltaten und Offenheit für alles Neue.

Es kommt darauf an, wie ich auf das Leben reagiere und welche Bedeutung ich dem beimesse, was ich erlebe. Ein unbeschwertes und leichtes Leben macht ebenso wenig glücklich wie das liebe Geld. Es beruhigt höchstens. Viel wichtiger ist, dass wir mit unerfreulichen und schwierigen Ereignissen ehrlich und offen umgehen können.

Viel Glück wünscht man sich vor allem zum Jahreswechsel, was auch vollkommen verständlich ist; denn mit dem Jahresanfang wird ja gewissermaßen ein neues Konto im Buch des Schicksals aufgeschlagen. Jemandem das Gegenteil von Glück zu wünschen, bezieht sich in erster Linie auf Unternehmungen, die in ganz besonders hohem Grade von der Laune des Glücks abhängen. Und so kommt es immer wieder vor, dass man anstatt des Glückes eher “Hals- und Beinbruch” wünscht.

Oft macht sich das Glück durch Vorzeichen bemerkbar. Glück verheißend sind Spinnen, besonders am Abend, am Hause nistende Schwalben, bisweilen sogar krächzende Raben, ferner das Finden von Eisen und zwar besonders von einem Hufeisen, sowie von einem vierblättrigen Kleeblatt, das Nachlaufen eines fremden Hundes oder das Zerbrechen eines Gegenstandes, dessen Scherben Glück bringen.

Glück verheißende Vorzeichen sind auch der Glück bringende Talismann oder das Glückssymbol. Man denke an die allbeliebten Glücksschweinchen oder an den Glückspfennig, an den Schornsteinfeger oder an den Marienkäfer.

Es ist gefährlich, sich vermessen seines Glückes zu rühmen. All zuviel Glück ist überhaupt nicht gut, auch wo keine Prahlerei damit verbunden ist: so ist es z.B. nicht gut, wenn Brautleute sich zu sehr lieben, denn dann gibt es Unglück in der Ehe.

Eigentümlich sind verschiedene Vorsichtsmaßregeln, die man ergreifen muss, um das vorhandene Glück nicht zu verlieren: so soll man sich hüten, dass von einem Besucher das Glück mitgenommen werde.

Kinder, die an einem Sonntag auf die Welt kommen, sind Glückskinder. Beim Glücksspiel richtet sich das Interesse des abergläubischen Spielers natürlich auf die Methoden, die bei der nächsten Ziehung herauskommenden Nummern vorher zu erfahren, und gar mancher hofft insgeheim, dass sie ihm im Traum erscheinen. Oft hängt das Glück an einem seidenen Faden genauso wie jeder seines eigenen Glückes Schmied ist. “Glück auf!” heißt es bei den Bergleuten und dem Glücklichen schlägt bekanntlich keine Stunde. Dazu gehört vor allem eine zuversichtliche und optimistische Einstellung gegenüber der Zukunft. Tun, was man für wichtig und richtig hält. Anderen helfen und diesen etwas Gutes tun ... und ein positives Selbstwertgefühl.

Glück hängt sehr eng mit dem Segen zusammen ... und der kommt bekanntlich von Gott, bzw. von oben.

Hans Lehrer