Der Hüterbua

Steht z’höchst a Hüterbua,
Schaugt weit ins Land,
Juchezt und singt
Von da felsinga Wand.

“Heirassa, Hüterbua,
Du bist wohlauf,
Weckst ja in aller Fruah
D’Vög’l schon auf!

Is heunt’ was B’sunders?
Werd wohl a so sei’;
Denkst g’wiß an Küch’ln
Und Nud’l und Wei?

Is g’wiß a Fremder
Herob’n do g’leg’n,
Hot dir an Guld’n
Für Ed’lweiß geb’n? “

Und der Bua lacht,
Wie der oa’ a so fragt.
“Nix hast da’rot’n, du”,
Hot er na g’sagt.

“Denk nit an Küch’ln,
An Wei’ nit und Geld,
Moa’ halt, mi freut’s
Daß i bin auf der Welt.

Und wann i juchez,
Nit frag i warum,
Und wann i sing’, no’,
So is ma’ halt drum.”

Und mit an’ Juchezer
Springt er davo’. -
Is gar leicht lusti’ sei’,
Bals oaner ko’.

Franz von Kobell