Antwort auf den Leserbrief von Hermine K.

Auszug aus einem Leserbrief von Hermine K.:

“... es ist wirklich Zeit, die so krass trennenden Glaubens-Wahrheiten hinten anzustellen und das Verbindende zu fördern. Große Denker, wie der von seinen jüdischen Glaubensbrüdern ausgestoßene Baruch Spinosa, (Pantheist), hatten ein völlig anderes Gottesbild, und es ist unrecht, sie alle deshalb Atheisten zu nennen, was heißen soll, dass sie Gott geleugnet haben. Das stimmt aber nicht, nur hatten sie ein anderes (größeres) Gottesbild, das aus dem eigenen Anschauen und Nachdenken hervorgeht. Religionen sind wichtig zur ethischen Grundlage, bis die Menschen so intelligent geworden sind, dieses neue, der Wahrheit näher kommende Gottesbild zu erfassen, bis auch dieses zur Stufe für die nächste erreichbare (geistige) Höhe geworden sein wird ... “

Antwort auf den Leserbrief “Ein größeres Gottesbild”

von Hermine K. vom 21.09.2012

Just an dem Tag, an dem ich aus der Zeitung erfahren muss, dass ich kein Katholik mehr bin, weil ich schon vor vierzig Jahren den weisen Entschluss fasste, aus der Kirche auszutreten und nur durch Reue in den Genuss eines kirchlichen Begräbnisses komme, lese ich ein paar Seiten weiter den aufmunternden Beitrag einer Leserin, die von einem “größeren Gottesbild” spricht. Ich glaube auch, so intelligent geworden zu sein, über die Religionen hinaus und entsetzt über die leidvollen Erfahrungen mit der Kirche, im 21. Jahrhundert ein neues Gottesbild zu erfassen, das der Wahrheit näher kommt. Deshalb bin ich guten Mutes und glaube an die Worte Jesus: “Viele sind berufen, wenige aber auserwählt!”

Hans Lehrer